Sind Sie nicht der mit dieser Allergie?

Ein Jahr war vergangen, seit ich meine Arbeit im Inklusionsprojekt aufgeben musste. Ein Jahr voller Ideen, Engagement und Hoffnung, eine neue Arbeit zu finden. Ich habe mich in dieser Zeit bei vielen Arbeitgebern in meiner Region beworben, viele Gespräche geführt.
Mal habe ich meine Erkrankung sofort angesprochen, mal am Ende des Gespräches, mal erst in einer zweiten Auswahlrunde.
Klar war für mich: Ich muss es ansprechen. Ich möchte nicht noch einmal erkranken oder in die Situation kommen, bei einer erneuten Erkrankung gekündigt zu werden (darf man natürlich nicht, aber die Praxis lehrt, es lassen sich auch andere Gründe finden…).

Die Reaktionen waren unterschiedlich. In den meisten Fällen begegnete mir Unsicherheit, manchmal Bedauern, selten Interesse.
„Was es nicht alles gibt.“
„Ja ich weiß nicht. Wir müssten mal darüber nachdenken, ob das geht.“
„Das ist sicher nicht einfach damit umzugehen.“
„Tut uns leid, aber… Naja, wir sehen mal… natürlich wäre das kein Grund…“

Jedes Mal kippte das Gespräch an der Stelle, an der ich sagte, dass ich einen tonerstaubfreien Arbeitsplatz brauche.
Eventuell vorhandenes Interesse an meiner Qualifikation und Person verschwand augenblicklich.

Und eines Tages dann wurde ich, bevor ich selbst meine Erkrankung angesprochen hatte, direkt gefragt: „Sind Sie nicht der mit dieser Allergie?

Es hatte sich offensichtlich herumgesprochen.

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