Von Ärzten und Menschen

Im Laufe der Jahre war ich bei 7 verschiedenen Lungenfachärzten.

Alle gemeinsam hatten sie, dass sie mich in eine Glaskabine setzten, um meine Lungenfunktion zu testen. „Gaaanz tief einatmen… und jetzt mit schwuuung ausatmen, aus, aus, aus, aus, alles muss raus… normal weiteratmen…“
Alle kamen zu dem Ergebnis, dass meine Lungenfunktion eingeschränkt war.
Alle hatten gemeinsam, dass sie die Ursachen der schlechten Lungenfunktion nicht näher ergründen konnten (und wollten).
Und alle waren der Auffassung, dass mir ein Cortisonspray helfe.

Den ersten beiden habe ich noch geglaubt und das Cortison genommen. Doch die Atembeschwerden wurden jedesmal stärker, mir wurde schwindlig und ich fühlte mich wie sediert.
Alle Lungenfachärzte hatten gemeinsam, dass sie mir das nicht glaubten.
Doch es gab ein paar Unterschiede, durch die sich einzelne abhoben.

Der erste Arzt, dem ich sagte, dass meine Beschwerden sich verstärkten, wenn ich Cortison nehme, sagte nur: „Das kann nicht sein.“

Der zweite sagte: „Wollen Sie mir erzählen, wie ich meine Arbeit zu machen habe!?“
In seinem Bericht an meine Hausärztin stand dann „Es ist manchmal schon etwas schwer mit dem Herren, ich denke er ist bei einem anderen Kollegen besser aufgehoben.“
Frechheit, aber stimmt, bei einem anderen Arzt war ich besser aufgehoben.

Der nächste wollte mich allerdings gar nicht sprechen. Ohne Arztgespräch wurde ich von einer Helferin zum Funktionstest geholt. Nach dem Test erläuterte mir eine zweite Sprechstundenhilfe die Anwendung des Cortisonsprays. Erst danach hat dann tatsächlich noch der Arzt mit mir gesprochen: „Meine Helferinnen haben Sie ja schon in die Handhabung des Sprays eingewiesen. Die Doszierung finden Sie auf dem Rezept. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Und tschüß…

Der vierte Arzt wurde mir von einem anderen Betroffenen empfohlen. Er hörte sich meine Geschichte auch an und ließ sich die Laborergebnisse zeigen, die eine immunologische Unverträglichkeit auf Tonerstaub bestätigen. Dann sagte er:
„Herr S. schickt Sie, naja, der ist manchmal etwas überspannt. Sagen Sie, haben Sie eine Freundin? Nein, im Moment nicht? Dann vergessen Sie jetzt mal die Geschichte mit dem Tonerstaub, suchen Sie Sich eine schöne Frau, Sie müssen einfach mal wieder richtig… na Sie wissen schon.“ Er klopfte mir dabei jovial auf die Schulter.
Jo, na dann, auf zum nächsten…

Doch die nächsten waren alle nicht der Rede wert.

Dank der Arbeiten des Toxikologen Dr. Hans-Ulrich Hill weiß ich heute, dass Cortison tatsächlich die immunologische Reaktion im Körper und damit die Symptome verstärkt.

Äußerst bedauerlich, dass so viele Ärzte dem Körpergefühl ihrer Patienten keinen Glauben und keine Beachtung schenken.

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